La Gomera – Ein Wandereldorado

Schwierigkeitsgrad 2-3 Wanderstiefel? Das ist doch Kindergeburtstag, wo ist denn da die Herausforderung – ich sollte eines Besseren belehrt werden – wobei zu sagen ist, dass bei Wikinger-Reisen Schwierigkeitsgrad 3 die höchste Stufe ist. Nach ein paar Schnupperwanderungen in und um Samnaun (Schweiz), einer Region, die wir bis dato nur vom Skifahren kannten, wollten wir mal richtig wandern. Schnell fanden wir unser Wandereldorado – La Gomera, die zweitkleinste Insel der Kanaren.

Wir hatten uns für die geführte Trekkingreise „Bergdörfer und Zauberwald“ von Wikinger-Reisen entschieden. Einer 8-tägigen Wanderung quer durch La Gomera, bei der das Gepäck von Hotel zu Hotel transportiert wurde. Sowie einer Verlängerungswoche im Hotel Jardin de Conde im Valle Gran Rey. Unsere Reise dauerte vom Mitte bis Ende April. Die durchschnittliche Tagestemperaturen liegen in dieser Zeit zwischen 20 – 25 Grad -, die durchschnittlichen Wassertemperaturen zwischen 15 – 20 Grad, die durchschnittlichen Regentage werden mit max. 5 Tagen angegeben. Wir hatten Glück – und hatten während der gesamten Dauer nur an einem Tag für ein paar Stunden Regen abbekommen.

Die Insel La Gomera auf der Landkarte

La Gomera

Alle Aufnahmen wurden mit einer Nikon D90 und dem Zoomobjektiv Nikkor DX AF-S 18-200 mm, F/3.5-5.6 G ED gemacht.

Anreise nach La Gomera

Von Hamburg aus ging es zunächst nach Los Christianos/Teneriffa und nach einem mehrstündigen Aufenthalt dann weiter mit der Abendfähre nach San Sebastian/La Gomera.

Auf dem Weg nach San Sebastian / La Gomera

Auslaufen aus dem Hafen von Los Christianos

Hermigua

Die ersten beiden Nächte übernachteten wir in Hermigua. Hermigua war dann auch der Ausgangspunkt unserer ersten beiden Wanderungen. Die erste Wanderung verlief um Hermigua, und war laut Aussage unseres Wanderführers, eine Wanderung zum Eingewöhnen. Es waren nur ca. 750 Meter Aufstieg, die es aber in sich hatten. Teilweise unwegsame Wege, bei denen es galt Felsbrocken zu überwinden. Die Wanderung dauerte ca. 4 Stunden. Wanderstöcke hatten wir natürlich nicht dabei, denn Wanderstöcke sind etwas für Weicheier. Am nächsten Tag hatten auch wir dann unsere Stöcke dabei. Zu allem Überfluss löste sich auch noch das Schuhsohlengummi an meinem Wanderschuh. Die Schuhe waren zwar schon 7 Jahre alt aber in der Vergangenheit nur selten getragen und von daher war das Gummi hart und brüchig geworden. Beim örtlichen Landhandel gab es aber Ersatz.

Auf dem Weg nach San Sebastian

Abendstimmung über Los Christianos

Apartementos Los Telares

Hotel in Hermigua

Übernachtung Hotel Hermigua

Schönes Hotelzimmer mit Blick ins Grüne

Totalschaden am Wanderschu

Kollateralschaden am Wanderschuh

Wanderung nach Vallehermoso

Die zweite Wanderung führte uns dann von Hermigua nach Vallehermoso. Die Gehzeit betrug ca. 6 1/2 Stunden, Am Ende des Tages waren wir ca. 600 Meter bergauf und 650 Meter bergab gewandert.

In Vallehermoso wurden wir dann wieder von einem Bus abgeholt, der uns zurück nach Hermigua brachte.

Auf dem Weg nach Vallehermoso

Blick nach Hermigua

Wanderung nach Chipude

Am 4. Tag fuhren wir dann mit dem Bus wieder nach Vallehermoso und unser Gepäck wurde nach Chipude transportiert. Die ca. 5 stündige Wanderung führte uns dann von Vallehermoso durch den Wald, weiter über ehemalige bewirtschaftete Terrassenfelder und dem Töpferort El Cercado nach Chipude. Im Hotel Sonia verbrachten wir dann 2 Nächte.

Urwald auf La Gomera

Auf dem Weg von Vallehermoso nach Chipude

Auf dem Weg nach Chipude

Frühere Terrassenfelder

Übernachtung in Chipude

Hotel Sonia in Chipude

Garajonay und Tafelberg

Am 5 Tag ging es durch den National Park de Garajonay zum höchsten Berg auf La Gomera dem Gipfel des Garajonay auf 1487 Meter und im Anschluss daran zum Tafelberg Fortaleza. Am Ende des Tages hatten wir eine Gehzeit von ca. 6 1/2 Stunden gehabt.

Ein anspruchsvoller Aufstieg

Tafelberg Fortaleza

 

Anspruchsvolle Wanderung am Tafelberg

Klettern am Tafelberg

Abstieg zum Valle de Gran Rey

Abstieg zum Valle de Gran Rey. Es ging ca. 1000 Meter bergab. Am Ende des Tages wusste ich, was die Kategorie 3 Wanderstiefel bedeutete, dass es sinnvoll ist Wanderstöcke dabei zu haben und das Wanderstöcke nix mit Weicheierei zu tun haben. Ich war einfach nur platt. Während man beim Aufstieg die Stöcke zur Entlastung der Oberschenkel benötigt, sind sie beim Abstieg eine absolut sinnvolle Hilfe zur Entlastung der Knie. Beim Abstieg hatte sich dann auch noch die Schuhsohle am Wanderstiefel meiner Ehefrau gelöst, so dass eine Notoperation nötig war, die dann auch bis ins Tal hielt. Nach ca. 5 Stunden hatten wir unser Ziel, das Valle de Gran Rey (Tal des großen Königs) und das Hotel Jardin del Conde erreicht. Hier verbrachten wir dann auch unsere Verlängerungswoche.

Auf dem Weg von Chipude nach Valle de Gran Rey

Gut ausgebauter Wanderweg der Kategorie 3

Es wird schon irgendwie gehen

Notoperation am Wanderschuh

Hotel Jardin del Conde

Hotel Jardin del Conde

Wanderung zum Wasserfall

Unsere letzte Wanderung mit Wikinger führte uns dann in die Schlucht von Arure zum Wasserfall. Die Gehzeit betrug entspannte 4 Stunden und es waren auch nur 350 Meter bergauf bzw. bergab zu wandern gewesen.

Künstlerviertel

Auf dem Weg zum Wasserfall durch das Künstlerviertel El Guro

Wanderung auf La Gomera

Eingang zur Schlucht

Felsformation

In der Schlucht

Der Weg ist das Ziel

Bambusurwald

Erfrischung beim Wandern

Wasserfall im Valle De Gran Rey

Diese possierlichen Tierchen sind Mehlkäfer der Gattung Coccus Cactus, die sich überall auf den Kakteen niederlassen und sich von deren Saft ernähren. Sie werden gesammelt, getrocknet, gemahlen und bilden den Farbstoff für Campari – Prost.

Coccus Cactus

Campari Läuse

Am Ende des Wikinger Trecks hatten wir ca. 100 KM abgewandert und wenn man sämtliche Auf- und Abstiege addiert ca. 6.000 Höhenmeter bewältigt. Es war eine beeindruckende Reise, die ich jedem, der gerne wandert, nur empfehlen kann.

Verlängerungswoche

Unsere Verlängerungswoche führte uns dann noch einmal in die Berge und zwar östlich vom Valle de Gran Rey nach Aurure. Der Weg führte uns in Schlangenlinien auf ca 830 Meter. Der Blick von dort oben auf das Tal und die Küste war überwältigend.

Küste des Valle de Gran Rey

Blick auf La Puntilla und Vueltas

Die restlichen Tage haben wir relaxed. U. a. unternahmen  wir einen kleinen Ausflug zum tropischen Fruchtgarten. Dort werden mehr als 160 Fruchtsorten aus aller Herren Länder angebaut. Bei einer Führung konnten wir dann auch mehrere exotische  Früchte probieren

Tamarinde

Tamarinde – süß und sauer

Erwähnenswert und sehr zu empfehlen ist auch ein Ausflug mit dem Speedboot  nach Los Organos, einer Küstenfelsregion im Norden der Insel.

Speedboot

Speedboot im Hafen von Vueltas

Auf dem Weg nach Los Organos

Auf dem Weg nach Los Organos

Los Organos

Los Organos

Lavafelsen bei Los Organos

Los Organos

Auf keinen Fall sollte man den Sonnenuntergang auf La Gomera versäumen. Viele Menschen versammeln sich abends an der Uferpromenade um das Schauspiel zu geniessen. Ebenso sollte man abends einmal durch die kleinen Gassen von Vuelta spazieren gehen und sich an der einheimische Küche erfreuen.

Gasse in Vuelta

Abenddämmerung in den Gassen von Vuelta

Am Strand vom Valle de Gran Rey

Sonnenuntergang am Playa de Valle Gran Rey

Unbedingt empfehlenswert das Essen im Abisinia in Vuelta.

Ein kulinarischer Genuß

Restaurant Abisinia

Nach 14 Tagen endete unser Urlaub mit einem letzten Blick auf den Teide, dem höchsten Berg (3.718 Meter) der kanarischen Inseln.

Teide auf Teneriffa

Der Teide im Morgengrauen

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