Tiefenschärfe

Als Tiefenschärfe oder auch Schärfentiefe ist der Bereich in einem Foto gemeint der Scharf abgebildet wird. Bei einem richtig justierten Objektiv ist das immer ein Stück vor und hinter dem Punkt auf dem fokussiert wurde.

Als Kreatives Mittel lässt sich die Tiefenschärfe sehr gut einsetzen um Objekte frei zu stellen. Freigestellte Objekte lösen sich optisch vom Hintergrund und erlauben dem Fotografen den Blick des Betrachters auf bestimmte Bildbereiche zu lenken. Ist das ganze Foto scharf, so kann es schwierig sein zu erkennen was der Fotograf mit dem Bild eigentlich aussagen wollte.

Dies gilt natürlich nicht für weitläufige Landschaftsaufnahmen bei deinen eine große Tiefenschärfe häufig gewünscht ist. Um aber z.B. Tiere aus dem Dickicht des Waldes zu lösen ist es ein willkommenes Mittel um den Bildeindruck positiv beeinflusst.

Mit der Blende, der Brennweite und dem Abstand zum Motiv gibt es drei Möglichkeiten Einfluss auf die Größe des scharf abgebildeten Bereichs Einfluss zu nehmen.

Einfluss der Blende auf die Tiefenschärfe

Der einfachste Weg Einfluss auf die Tiefenschärfe zu nehmen ist mit der Blende. Je weiter geöffnet diese ist, desto kleiner ist der Bereich der scharf abgebildet wird. Das Problem ist, dass Objektive die eine große Blendenöffnung, also möglichst kleine Blendenwerte ermöglichen, oft große Löcher in Geldbörsen reißen. Etwas entspannter ist die Situation bei der Verwendung von Festbrennweiten.

Als Testmotiv musste diesmal ein tapferer weißer Tiger herhalten.

Tiger und Hintergrund in etwa gleich scharf

Großer Schärfebereich wegen geschlossener Blende
35mm f/16 13s ISO 100

Der Tiger und der Hintergrund werden wegen der kleinen Blende von f/16 scharf abgebildet.

Sehr wenig Tiefenschärfe

Sehr kleiner Schärfebereich wegen Offenblende
35mm f/1.4 1/10s ISO 100

Wegen der Offenblende von f/1.4 gibt es nur einen sehr schmalen Bereich der scharf abgebildet wird. Fokussiert habe ich auf das Auge. Der Schärfebereich hat nichtmal für den Tiger gereicht und der Hintergrund ist stark unscharf.

Einfluss der Brennweite auf die Tiefenschärfe

Auch mit der Brennweite kann die Tiefenschärfe beeinflusst werden. Je länger die Brennweite ist, desto kleiner ist der scharf abgebildete Bereich. Ein Tele-Objektiv eignet sich von daher sehr gut zum Freistellen weit entfernter Motive.

Mittlere Tiefenschärfe

Leichte Freistellung bei 70mm Brennweite
70mm f/2.8 0,4s ISO 100

Die im Vergleich zum Sigma Objektiv doppelt so lange Brennweite und die Blende von f/2.8 sorgen bereits für einen relativ schmalen Schärfebereich.

Sehr wenig Tiefenschärfe

Starke Freistellung bei 200mm Brennweite
200mm f/2.8 1/3s ISO 100

Mit dem Tamron und 200mm Brennweite und gleicher Blende von f/2.8 wird der Schärfebereich noch schmäler. Der Hintergrund ist jetzt ähnlich unscharf wie beim Sigma 35mm mit Blende f/1.4.

Einfluss des Motivabstands auf die Tiefenschärfe

Zu guter letzt hat auch der Abstand zwischen Motiv und Kamera Einfluss auf die Tiefenschärfe. Dabei gilt: Je dichter das fokussierte Motiv an der Kamera ist, desto kleiner der scharf abgebildete Bereich.

Sehr wenig Tiefenschärfe

Sehr kleiner Schärfebereich wegen nähe zum Motiv
35mm f/1.4 1/10s ISO 100

 

Zum Vergleich hier noch einmal das Bild von oben. Das Motiv befindet sich sehr nah an der Kamera wodurch man einen sehr schmalen Schärfebereich erhält.

Sehr viel Tiefenschärfe

Größerer Schärfebereich durch größeren Motivabstand
35mm f/1.4 1/10s ISO 100

Für dieses Bild habe ich den Abstand zum Motiv vergrößert und das Bild hinterher einen Ausschnitt aus dem Bild genommen. Durch den größeren Abstand hat sich die Tiefenschärfe ebenfalls vergrößert.

Für die ultimative Freistellung kann man also zusammenfassend sagen, dass man ein Objektiv mit möglichst langer Brennweite, mit gleichzeitig großer Blendenöffnung benötigt. Wenn man die Kamera zusätzlich noch so nah wie möglich an dem Motiv positioniert, dann wird der scharf abgebildete Bereich extrem klein.

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