Brennweite

Zusammen mit Blende und Belichtungszeit ist die Brennweite die dritte Stellgröße der wichtigsten Parameter. Lange Zeit habe ich den Wert nur als Mittel gesehen um weit entfernte Motive zu vergrößern. Bis zu einem gewissen Grad stimmt das auch, aber die Brennweite ist auch ein kreatives Mittel der Bildgestaltung.

Je größer der Wert ist, desto kleiner ist der Bildbereich der auf dem Sensor abgebildet wird. Mit einer langen Brennweite kann man weit entfernte Objekte vergrößern und mit einer kurzen weitläufige Landschaften abbilden. Da das menschliche Auge ca 50mm Brennweite hat werden die Bereiche größer 50mm als Tele und die Bereiche darunter als Weitwinkel bezeichnet.

Wie sollte die Brennweite gewählt werden?

Ist man in der Situation, dass man ein weit entferntes Motiv fotografieren möchte, so bleibt einem oft keine andere Möglichkeit als einfach eine möglichst lange Brennweite zu wählen. Ein Gruppe Löwen bei der Jagt aus nächster Nähe zu fotografieren hat mit Sicherheit auch seinen Reiz, könnte aber zu Verwechselung als Nahrungsmittel führen.

Neben dem reinen Zoom um entfernte Objekte fotografieren zu können gibt es aber noch einen wichtigen Unterschied bei der Bildwirkung.

Lange Brennweiten sorgen dafür, dass Hintergrund und Vordergrund näher zusammenrücken. Kurze Brennweiten erlauben im Gegensatz dazu eine größere Bildtiefe und eine Betonung des Vordergrundes.

Gleichzeitig sorgt eine lange Brennweite für eine stärkere Freistellung des Motivs vom Hintergrund.

Es gibt im Grunde kaum Regeln welche Brennweite für welche Art von Foto verwendet werden sollte. Bei der Portrait-Fotografie sagt man, dass eine leichte Tele-Brennweite von Vorteil ist, da die Abgebildeten Personen ansonsten ein wenig unvorteilhaft aussehen. Als kreatives Mittel können aber auch Weitwinkelaufnahmen von Gesichtern lustig sein.

Ein Extrembeispiel ist hierbei der Blick durch den Türspion. Dieser hat eine sehr kleine Brennweite welche zu Eierköpfen führt.

Insbesondere Tiere mit Weitwinkel-Objektiven aus nächster Nähe zu fotografieren ist immer ein Spaß.

Beim Fotografieren sollte die Brennweite vor der Blendeneinstellung und der Belichtungszeit festgelegt werden. Die nachträglich Veränderung der Brennweite führt meistens zu einer Veränderung der Position des Fotografen. Aufgrund der sich dadurch ändernden Lichtverhältnisse müssen Blende und Belichtungszeit auch wieder angepasst werden.

Bei der Wahl der Brennweite ist noch zu beachten, dass diese Einfluss auf die Belichtungszeit hat. Je länger die Brennweite, desto kürzer muss die Belichtungszeit sein um ein scharfes Bild zu erhalten.

Squirrel wird mit lange Brennweite groß vor unscharfem Hintergrund abgebildet

Hintergrund nah am Vordergrund mit Tele-Brennweite
200mm f/8.0 1/125s ISO 64

Mit der Brennweite von 200mm wird der Abgebildete Bildausschnitt sehr klein. Nur wenige Informationen über die Umgebung sind im Bild enthalten. Der Hintergrund rückt dadurch optisch näher an den Vordergrund. Die Lange Brennweite sorgt auch für eine geringere Tiefenschärfe.

Das Boot am See wird übertrieben Groß abgebildet

Betonter Vordergrund mit Weitwinkel-Brennweite
24mm f/8.0 ISO 100

Aufgrund der Brennweite von 24mm und der nahen Position zum Boot wird dieses stark betont. Der Hintergrund und Vordergrund werden mit der kleinen Brennweite beide scharf abgebildet.

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