Blende

Die Blende stellt neben der Belichtungszeit und der Brennweite eine der wichtigsten Stellgrößen bei der Fotografie dar. Neben der Regulierung der Lichtmenge, die auf den Sensor fällt, hat sie großen Einfluss auf die kreative Bildwirkung.

Funktionsweise der Blende

Die Blende ist Bestandteil des Objektivs und besteht aus kreisförmig angeordneten Lamellen. Sie wird auch Irisblende genannt, da sie dem menschlichen Auge in ihrer Funktionsweise nachempfunden ist.

Die Lamellen können so verstellt werden, dass sich die Größe der Blendenöffnung verändert. Dabei gilt: Je weiter die Blende geöffnet ist, desto mehr Licht fällt auf den Sensor.

Sehr weit geschlossene Blende

Blende sehr weit geschlossen f/16

Blendenstufen

Je nach Kamera wird der Blendenwert im Hauptdisplay, Sucher, einem Zusatzdisplay oder auch an mehreren Stellen gleichzeig angezeigt. Exemplarisch hier die Blendenwerte des Sigma 35mm f/1.4 Art Objektivs:

f/1.4, f/1.6, f1.8, f/2, f/2.2, f/2.5, f/2.8, f/3.2, f/3.5, f/4, f/4.5, f/5, f/5.6, f/6.3, f/7.1, f/8, f/9, f/10, f/11, f/13, f/14, f/16

Die Werte können je nach Objektiv am oberen oder unteren Ende variieren. Das gezeigte Sigma Objektiv hat einen Bereich von Blende f/1.4 bis Blende f/16.

Jeweils drei der Stufen stellen eine Halbierung der auf den Sensor fallenden Lichtmenge dar. Bei Blende f/1.4 fällt also doppelt so viel Licht auf den Sensor wie bei Blende f/2.0. Insbesondere bei Aufnahmen mit wenig Licht verwendet man von daher häufig Objektive mit einer Blende die sich möglichst weit öffnen lässt. Festbrennweiten haben hier einen Vorteil gegenüber Zoom-Objektiven. Durch den einfacheren Aufbau können weiter geöffnete Blenden realisiert werden.

Beim Fotografieren muss man sich entscheiden ob man die vom Belichtungsmesser empfohlene Lichtmenge durch die Wahl der passenden Blende, durch Verlängerung der Belichtungszeit oder durch Anhebung des ISO-Wertes erreicht. Jeder der drei Stellmöglichkeiten hat Einfluss auf das endgültige Bild und die Einstellungen sollten von daher gut überlegt werden.

Einfluss auf die Tiefenschärfe

Man könnte nun sagen, dass man bei schlechten Lichtverhältnissen einfach mit der maximal geöffneten Blende fotografieren kann. Das stimmt auch bis zu einem gewissen Grad. Wäre da nicht noch der Zusammenhang mit der Tiefenschärfe. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto geringer ist der Bereich in dem das Motiv scharf abgebildet wird. Möchte man Sterne fotografieren ist dieser Umstand egal und man kann getrost mit Offenblende arbeiten. Bei der Portraitfotografie wird dagegen ein Schärfebereich der über die Nasenspitze hinausgeht meist bevorzugt.

Man sollte sich von daher immer gut überlegen ob es Sinn macht mit Offenblende zu arbeiten, oder ob man lieber den ISO-Wert etwas anhebt um dafür eine weiter geschlossene Blende zu ermöglichen.

Foto vom Grand Canyon mit sehr großer Tiefenschärfe

Sehr große Tiefenschärfe
24mm f/11 1/100s ISO 64

Um ein durchgängig scharfes Bild zu erhalten wurde mit f/11 eine sehr kleine Blendenöffnung gewählt.

Foto von Sandstein im Antilope Canyon

Sehr geringe Tiefenschärfe
24mm f/2.8 1/80s ISO 400

Die große Blendenöffnung von f/2.8 ermöglicht einen sehr kleinen Bereich in dem das Bild scharf ist.

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