Belichtungszeit

Zusammen mit der Blende und der Brennweite ist die Belichtungszeit eine der drei wichtigsten Stellgrößen in der Fotografie. Mit ihr lässt sich festlegen wie lange der Verschluss der Kamera geöffnet bleibt um je nach Lichtsituation ein richtig belichtetes Bild zu erhalten.

Auf den ersten Blick erscheint es daher einfach bei schlechten Lichtverhältnissen die Belichtungszeit zu verlängern um ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten. Problematisch daran ist, dass es sehr viele Motive gibt die einfach nicht still halten wollen. Als wäre das nicht genug, so ist es auch für den Fotografen nicht leicht die Kamera über einen längeren Zeitraum ruhig zu halten. Hat man kein Stativ dabei, hilft daher nur mit möglichst kurzen Belichtungszeiten zu arbeiten.

Die Wahl der richtigen Belichtungszeit

Die benötigte Belichtungszeit um ein korrekt belichtetes Bild zu erhalten wird vom Belichtungsmesser der Kamera ermittelt. Die Berechnung der Belichtungszeit erfolg aufgrund des eingestellten Belichtungsmodus. Der Kamera ist es dabei ziemlich egal wie ruhig die Hände des Fotografen sind oder ob dieser ein Stativ verwendet.

Als kleine Hilfe kann folgende Formel zur Ermittlung der maximalen Belichtungszeit verwendet werden.

1/Brennweite = Belichtungszeit in Sekunden

Dies bedeutet beispielsweise bei einem 50mm Objektiv, dass eine maximale Belichtungszeit von 1/50s gewählt werden sollte. Wenn jemand so unruhige Hände hat wie ich, sollte man lieber noch etwas kürzer belichten.

Je länger die Brennweite ist, desto kleiner ist der Bildbereich der auf dem Sensor abgebildet wird. Kleinste Bewegungen der Kamera machen sich bei langer Brennweite stärker bemerkbar als bei kurzen Brennweiten. Bei einem Tele-Objektiv werden von daher sehr kurze Belichtungszeiten benötigt um aus der Hand ein scharfes Foto machen zu können.

Als Ergänzung ist noch zu beachten, dass die oben genannte Formel für Vollformat Objektive und Kameras gedacht ist. Wer eine Kamera mit APS-C Sensor wie z.B. Die Nikon D5300 oder der Canon EOS 70D besitzt, benötigt noch etwas kürzere Belichtungszeiten. Dieser Umstand ergibt sich daher, dass der kleinere Sensor wie eine Brennweitenverlängerung wirkt. Um trotzdem zu einem Wert für die Belichtungszeit zu kommen muss der errechnete Wert mit dem sog. Crop Faktor multipliziert werden. Dieser beträgt bei Nikon 1.5 und bei Canon 1.6. Das Beispielobjektiv mit 50mm Brennweite verhält sich an einer Nikon oder Canon APS-C Kamera wie ein 75mm bzw. 80mm Objektiv. Daher sind die maximalen Belichtungszeiten auch 1/75s für Nikon bzw. 1/80s für Canon.

Einfluss auf Bewegungen

Die Belichtungszeit dient nicht nur dazu ein Bild richtig zu belichten. Es lassen sich auch interesante kreative Effekte erzielen. Beispielsweise kann mit einer sehr kurzen Belichtungszeit Bewegung eingefroren werden. Andersrum können Bewegungsabläufe unscharf dargestellt werden um dem Bild etwas Dynamik zu verleihen.

Lange Belichtungszeit führt zu Unschärfe in der Bewegung des Wassers

Unscharfe Bwegung des Wassers
70mm f/5.6 30s ISO

 

Die sehr lange Belichtungszeit von 30 Sekunden führt dazu, dass die Bewegung des Wassers verschwimmt.

Scharfe Darstellung des Wassers durch sehr kurze Belichtungszeit.

Eingefrorene Bewegung
50mm f/2.8 1/2500s ISO

 

Die Fontaine wurde mit einer sehr kurzen Belichtungszeit von 1/2500 Sekunde fotografiert. Die Bewegung wird daher sehr scharf abgebildet.

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