Feuerwerk fotografieren – Mit und ohne Stativ

Der Jahreswechsel bot wieder einmal die Möglichkeit Feuerwerk zu Fotografieren. Die großen öffentlichen Feuerwerke bieten sicherlich die größte Vielfalt bei den Fotomotiven, aber auch die Privat-Feuerwerke können ihren ganz eigenen Reiz ausmachen. Ich nutzte die Silvesternacht um zu Experimentieren was man mit und ohne Stativ erreichen kann.

Feuerwerk fotografieren mit Stativ

Beim Fotografieren von Feuerwerk kann man besonders mit Stativ interessante Ergebnisse erhalten. Die Belichtungszeit ist dabei der entscheidende Faktor um den Weg der Raketen und Fontänen auf dem späteren Foto verfolgen zu können. Wenige Sekunden reichen dabei schon aus um den Effekt sichtbar zu machen.
Für meine Versuche habe ich die D810 mit dem Sigma 34mm f/1.4 und meinem Sirui Reissestativ mit Sirui Kugelkopf verwendet.

Feuerwerk mit langer Belichtungszeit

Feuerwerk mit langer Belichtungszeit
35mm f/5.6 2s ISO 100

Mit bereits zwei Sekunden Belichtungszeit konnte die Explosion der Raketen sichtbar gemacht werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch nicht so genau darauf achten muss ob sich überhaupt etwas zum Fotografieren im Bild befindet. Man kann die Kamera einfach auf den Himmel ausrichten und abdrücken. Irgendetwas wird schon vorbeifliegen.
Besonders gut funktioniert das von einem erhöhten Standpunkt aus, von dem man einen Überblick über die Stadt hat.

Privat-Feuerwerke haben aber auch ihre ganz eigenen Herausforderungen. Sobald das Stativ in Position ist und man auf die nächste Rakete wartet, ergreift ein anderer Nachbar die Initiative und legt mit seinem Arsenal in einer ganz anderen Richtung los. Nach kurzer Zeit wurde mir das ständige Ausrichten des Stativs zu mühsam, sodass ich die Kamera in die Hand nahm um zu sehen was man ohne Stabilisierung machen kann.

Feuerwerk fotografieren ohne Stativ

Das spannende an der Feuerwerks-Fotografie ist, dass sich kein Motiv planen lässt. Man weiß nicht wann eine Rakete startet, man weiß nicht wo und wie sie fliegt und meistens weiß man auch nicht wie die Explosion aussehen wird.
Im Prinzip hat man keine Ahnung was man für Fotos bekommt und kann von daher einfach nur abdrücken. Dass das zu sehr viel Ausschuss und somit sehr viel Sortieraufwand führt ist dabei logisch.
Das war auch das erste Mal das ich den internen Speicher der Nikon D810, aufgrund der schnellen Bildfolgen, an seine Grenzen gebracht habe.

Im Gegensatz zur Feuerwerks-Fotografie mit dem Stativ habe ich etwas andere Einstellungen verwendet. Die lange Belichtungszeit wurde gegen deutlich kürzere Zeiten getauscht, um überhaupt aus der Hand fotografieren zu können.

Feuerwerk mit Funkenflug

Feuerwerk mit Funkenflug
35mm f/1.4 1/40s ISO 100

Ich wählte den manuellen Modus der Kamera und stellte das Sigma auf Offenblende f/1.4. Die Belichtungszeit wählte ich zwischen 1/40 und 1/80s, wobei ich die meisten Fotos mit 1/60s aufgenommen habe. Natürlich werden die Bilder dabei nicht mehr so scharf wie mit dem Stativ, aber der Spaß am Fotografie-Lotto stand im Vordergrund.

Funkenflug bei kurzer Belichtungszeit

Funkenflug bei kurzer Belichtungszeit
35mm f/1.4 1/80s ISO 200

Die schönen Spuren der Feuerwerks-Explosionen entfallen jetzt zugunsten von mehr detailliertem Funkenflug.
Bei den schnellen Bewegungen der Raketen und der eigenen mehr verzweifelten als geplanten Ausrichtung der Kamera, hat auch der Autofokus seine Mühe das Motiv zu fokussieren.

Ich habe dafür mit der manuellen Fokussierung und dem Gruppenfokus der Nikon D810 experimentiert.

Manuell Fokussieren

Das Einfachste ist wohl das manuelle Fokussieren. Aufgrund der Entfernung wird der Fokus einfach auf unendlich gestellt. Wie das am besten geht habe ich bereits in dem Artikel zur Milchstraßen-Fotografie beschrieben.

Manuelle Fokussierung bei Feuerwerk

Manuelle Fokussierung
35mm f/1.4 1/80s ISO 200

Fokus-Gruppen der Nikon D810

Die Nikon D810 besitzt einen speziellen Autofokus-Modus mit dem mehrere Fokuspunkte zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Dies erleichtert der Kamera die Fokussierung, da ihr mitgeteilt wird auf welchen Bereich sie besonders achten muss.
Mit diesem Modus hat das Fokussieren ganz gut funktioniert, aber natürlich ist das keine Garantie für scharfe Fotos. Die Objekte sind so schnell, dass auch der beste Fokus sich mal irrt.
Das ist besonders ärgerlich, wenn man vielleicht nur eine Chance hat die besonders schöne Explosion zu fotografieren.

Fokus-Gruppe zum Fotografieren von Feuerwerk

Fokus-Gruppe
35mm f/1.4 1/60s ISO 200

Im empfehle daher die manuelle Variante um auf Nummer sicher zu gehen.

Bodenfeuerwerk

So ein typisches Sylvester-Feuerwerk hat natürlich noch mehr zu bieten als Raketen die mühsam mit der Kamera gejagt werden müssen. Etwas einfacher wird es beim Fotografieren von Fontänen aller Art. Diese bieten den entscheidenden Vorteil, dass sie dem Fotografen mehr Zeit geben die richtige Richtung zu finden.
Die Rauchentwicklung kann hierbei aber wieder zu anderen Schwierigkeiten führen. Etwas Rauch macht das Foto interessant, da er die Farben des Feuerwerks reflektiert. Zu viel Rauch erzeugt eine hell leuchtende Fläche die eher langweilig wird.

Bodenfeuerwerk mit etwas Rauch

Bodenfeuerwerk
35mm f/1.4 1/60s ISO 200

Nachbearbeitung von Feuerwerks-Fotos

Viele Feuerwerks-Fotos wirken bei der Betrachtung am Computer noch nicht besonders aufregend. Dies liegt häufig am Weißabgleich. Beim Fotografieren verwende ich immer die Einstellung „Bewölkt“. Dies sorgt fast immer für einen falschen Weißabgleich, dafür aber für ein ausgewogenes Histogramm. In der Nachbearbeitung verwende ich dann oft die Automatik um einen Startwert zu erhalten.
Bei den Feuerwerks-Fotos kann auch gerne der Regler für die Farbsättigung ordentlich verwendet werden, um die Dramatik des Fotos zu steigern. Mit Hilfe der Gradiationskurve habe ich die Hintergründe etwas abgedunkelt, da sonst die Häuser der Nachbarschaft vom eigentlichen Bildinhalt ablenken.

Und nun seid ihr dran

Habt ihr Fragen, Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge zum Beitrag, so freuen wir uns über einen Kommentar.

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