Blendenfehler beim Tamron 24-70mm f/2.8

Tamron 24-70mm f/2.8

Sucht man im Internet nach dem Tamron 24-70mm f/2.8 Objektiv, so stößt man sehr schnell auf das Thema Blendenfehler. Worum es dabei geht, wie man erkennt ob man davon betroffen ist und was man dagegen Unternehmen habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.

In dem Vergleich zwischen dem Nikon 17-55mm Kit Objektiv und dem Tamron 24-70mm f2.8 ist aufgefallen, dass die Bilder vom Tamron Objektiv ab Blende f/5.6 einen deutlichen Unterschied in der Helligkeit aufweisen. Damit war ziemlich schnell klar, dass auch mein Objektiv vom leider sehr häufig gemeldeten Blendenfehler betroffen ist.

Warum der Blendenfehler gerade bei diesem eigentlich sehr guten Objektiv so häufig auftritt will mir nicht klar werden. Schließlich funktioniert auch mein Tamron 70-200mm f/2.8 einwandfrei.

Wie kann ich herausfinden ob mein Objektiv vom Blendenfehler betroffen ist?

Mit der Abblendtaste

Hat man eine Kamera mit Abblendtaste so kann man einen ersten einfachen Test machen: Einfach die Blende im Zeitautomatik-Modus (Nikon A) auf f/2.8 stellen und durch den Sucher gucken. Am besten funktioniert dies mit einem hellen Bild. Also z.B. Himmel.

Bei gedrückter Abblendtaste dreht  man Rädchen für die Blendeneinstellung eine Stufe weiter. Die Blende wird dadurch etwas weiter geschlossen. Dabei sollte das Sucherbild ein bisschen dunkler werden. Dreht man weiter, so sollte auch das Sucherbild bei jeder Blendenstufe dunkler werden.

Dabei sollte man insbesondere auf die Stufen von f/2.8 bis f/5.6 achten. Hier wird häufig berichtet, dass erst ab Blende f/3.5 oder f/4.0 ein Unterschied zu sehen ist.

Sollte dies bei eurem Objektiv so sein, so ist es sehr wahrscheinlich, dass die Blende nicht richtig justiert ist.

Ein genaueres Ergebnis kann man mit Hilfe des Histogramms erhalten.

Feststellen des Blendenfehlers mit Hilfe des Histogramms

Helligkeitsabfall zeigt den Blendenfehler beim Tamron 24-70mm f/2.8Für diese Methode sucht man sich ein Motiv mit mindestens einem deutlichen Ausschlag im Histogramm aus.

Das Motiv wird nun mit Hilfe eines Stativs mit allen Blendenstufen von f/2.8 bis f/22 fotografiert. Dabei kann man die Zeitautomatik oder den Manuellen Modus wählen.

Damit jedes Bild möglichst gleich hell wird, bietet sich die Zeitautomatik an. Mit zunehmender Blendenzahl berechnet die Kamera dadurch eine längere Belichtungszeit.

Alle Bilder werden mit einem Bildbearbeitungsprogramm mit Histogrammanzeige geöffnet. Falls das Histogramm nicht direkt als Bild gespeichert werden kann, so kann ein Screenshot (Windowstaste + Druck) verwendet werden. Aus diesem Screenshot kann im Anschluss das Histogramm ausgeschnitten werden.

Hat man alle Histogramme vorliegen, werden diese genau untereinander in einem neuen Bild zusammengefügt.

Dadurch sollten nun die größten Ausschläge im Histogramm möglichst auf einer vertikalen Linie liegen. Ein bisschen Toleranz ist vollkommen in Ordnung, aber es sollte keine all zu großen Abweichen geben.

Das fertige Bild sollte dann in etwa so wie das linke Bild aussehen. Ich habe die Ausschläge mit roten Linien markiert um deutlich zu machen wie diese sich über die Blendenstufen hinweg verschieben. Hier ist sehr gut zu sehen, dass die Ausschläge nach links wandern. Das Bild wird also dunkler. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei den ersten Stufen.

Ohne genau zu wissen wie das Objektiv intern funktioniert, sieht es für mich so aus als wird die Blende bei manchen Stufen weiter geschlossen als die Berechnung der Belichtungszeit es erwartet. Dadurch ergibt sich, dass das Bild zu dunkel wird. Andersrum kann man natürlich auch argumentieren, dass die Kamera einfach zu kurz belichtet. Auf die Belichtungszeit kann aber nicht so genau Einfluss genommen werden, da diese bereits auf die üblichen Blendenstufen abgestimmt ist.

Was kann man gegen den Blendenfehler machen?

Selber kann man da leider wenig machen. Es gibt aber einen sehr guten Tamron Service in Deutschland. Zu diesem kann man das Objektiv mit Fehlerbeschreibung schicken um es justieren zu lassen. Dabei ist es für den Service leichter wenn Beispielbilder im RAW Format mitgeschickt werden. Die Justage erfolgt dann mit einer Referenzkamera. Schickt man die eigene Kamera mit, so kann das Objektiv auch direkt auf die Kamera abgestimmt werden.

Bei mir hat der ganze Prozess mit Einschicken, Justage und Zurückschicken ungefähr eine Woche gedauert. Im Normalfall muss man also nicht all zu lange auf die Ausrüstung verzichten.

Wurde der Blendenfehler durch die Justage behoben?

Soweit ich das bisher sehen konnte ist der Blendenfehler zwar nicht ganz weg, aber deutlich besser geworden. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich meine Kamera nicht mit eingeschickt habe. Ich verwende das Objektiv an der D3000 und an der D810 und eine Justage auf beide Kameras wird wohl kaum möglich sein. Auf jeden Fall funktioniert die Blende nun runter bis f/2.8. Vor der Justage regte sie sich erst ab f/3.5.

Hat euch der Beitrag gefallen oder habt ihr noch weitere Anmerkungen, so hinterlasst doch einfach einen kurzen Kommentar.

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2 Kommentare

  1. 6. Mai 2015    

    Your story was really inraomftive, thanks!

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